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Benefits, Netzwerkoptimierung und Co.: Fallstrick Zusätzlichkeitserfordernis

Immer mehr Arbeitgeber setzen auf verschiedene Benefits und Zuschüsse, von denen die Mitarbeiter profitieren. Die Idee dahinter ist so simpel wie genial: Der Mitarbeiter ist zufrieden, weil er Vergünstigungen und weitere Vorteile quasi zusätzlich zu seinem Gehalt bezieht. Der Arbeitgeber wiederum ist happy, weil je nach Lohnoptimierungsmaßnahme seine Steuerlast gesenkt wird – die sogenannte Pauschalierung.

Doch so smart das Konzept der Nettolohnoptimierung auch ist, sollte bereits vor der Umsetzung auf professionelle Unterstützung gesetzt werden. Die Investition in eine fachgerechte Prüfung lohnt in jedem Fall.

Denn in den vergangenen Jahren musste so mancher Arbeitgeber vor Gericht erscheinen: Gut gemeint ist nicht gut gemacht – und das kann sehr schnell zu exorbitanten Kosten durch Nachzahlungen führen.

Nämlich dann, wenn das Finanzamt das gewählte Nettolohnoptimierungsmodell anders einstuft als derjenige, der entsprechende Maßnahmen in Arbeitsverträgen festhält. Der Knackpunkt: Die sogenannte Zusätzlichkeitserfordernis.

Worum es sich genau handelt und was du beachten musst, haben wir dir hier in aller Kürze zusammengefasst.

Was bedeutet Zusätzlichkeitserfordernis?*

Die Zusätzlichkeitserfordernis besagt, dass eine Leistung zusätzlich zum Arbeitslohn erbracht werden muss, um als steuer- und sozialversicherungsfrei zu gelten. Bislang strittig ist, wie die Sachlage bei einer Gehaltsumwandlung liegt.

Im November 2016 kam ein Fall vor das Finanzgericht Rheinland-Pfalz, der als Präzedenzfall zum Thema Gehaltsumwandlung durchgehen mag:

Gemäß des Urteils (Aktenzeichen 2 K 1180/16) ist die Zusätzlichkeitserfordernis nicht gegeben, wenn ein Arbeitnehmer auf einen Teil seines bisherigen Gehalts verzichtet, um stattdessen Zuschüsse in Anspruch zu nehmen.

Eine Pauschalierung beziehungsweise Befreiung von der Lohnsteuerzahlung sei somit nicht möglich. Trotz Optimierungsbausteinen wie Fahrtkostenzuschuss und Co. mussten die Steuern also nachträglich vom Arbeitgeber abgeführt werden.

Im August 2019 entschied wiederum der Bundesfinanzhof, dass auch eine Gehaltsumwandlung den Tatbestand der Zusätzlichkeit erfüllt. Vorausgesetzt, die Zusatzleistung ist zweckgebunden und wird on top zum Gehalt geleistet.

Was der Gesetzgeber hiervon hält? Der ist alles andere als zufrieden, schließlich gehen potenzielle Steuerzahlungen verloren. Also hat die Finanzverwaltung kurzerhand einen Nichtanwendungserlass herausgegeben. Der Inhalt: Die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes darf über die bereits abgeschlossenen Fälle hinaus keine Anwendung finden.

Schluss mit steuerlicher Begünstigung?

Die Fronten scheinen verhärtet, da jede Seite, die hier involviert ist, andere Interessen vertritt. Um dem Wirrwarr um die Zusätzlichkeitserfordernis ein Ende zu bereiten, ist die Aufnahme einer eindeutige Definition innerhalb des Einkommensteuergesetzes in Vorbereitung.

Die Definition des Zusätzlichkeitserfordernis soll im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfolgen – beispielsweise das Jahressteuergesetz 2020. Da es hier bisher noch keine abschließende Regelung gibt, ist aktuell (Stand: Mai 2020) der Status der Referentenentwurf der Bundes­regierung vom 5. Februar 2020 gültig (Bestandteil des Entwurfs zum Grundrentengesetz).

Dieser besagt, dass Sachbezüge und Zuschüsse nur dann als zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gelten, wenn

  • die Leistung nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet,
  • der Anspruch auf Arbeitslohn nicht zugunsten der Leistung herabgesetzt,
  • die verwendungs- oder zweckgebundene Leistung nicht anstelle einer bereits vereinbarten künftigen Erhöhung des Arbeitslohns gewährt und
  • bei Wegfall der Leistung der Arbeitslohn nicht erhöht

wird. Oder kurz gesagt: Es werden nur als „echte“ Zusatzleistungen steuerbegünstigt.

Nettolohnoptimierung: Was kann LohnOptimo hier leisten?

Unser Team bei LohnOptimo berät bereits seit mehreren Jahren zu allen Themen rund um Nettolohnoptimierung. Da es unser Ziel ist, dass unsere Kunden den größten Mehrwert aus den gewählten Optimierungsbausteinen – und somit letztlich auch aus unserer Dienstleistung – zieht, ruhen wir uns nicht auf unserer Erfahrung aus.

Wir gehen immer einen Schritt weiter als eigentlich nötig, um dir maximalen Benefit bei maximaler Sicherheit zu bieten. Was das konkret bedeutet? Zum einen sind wir immer Up-to-Date, was die aktuelle Rechtsprechung und Urteilslage betrifft.

Da die Finanzämter unterschiedlicher Ansicht darüber sind, wie die potenziellen Bausteine zur Nettolohnoptimierung in der Praxis umgesetzt werden dürfen, holen wir zum anderen immer einen Rechtsanwalt ins Boot.

Jedes Konzept, das wir für dich als Kunden ausarbeiten, läuft vor der Umsetzung über die Anrufungsauskunft der örtlichen Finanzbehörde. Kein Risiko, keine unnötigen Folgekosten.

Klingt interessant? Dann melde dich gerne bei uns und vereinbare ein unverbindliches Beratungsgespräch. Wir sind sicher, dass wir auch für dein Unternehmen die passenden Maßnahmen ergreifen können, um mehr Netto aus dem Brutto zu holen!

 

*alle Informationen und Angaben beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland